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Aktuelles RDT Aktuelle Zeitschrift "Recht der Tiere"

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RDT Archiv "Recht der Tiere"

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Im Archiv finden Sie alle aktuellen und älteren Jahrgänge.

Aktuelles/Presse


Aktuelle Neuigkeiten zum Tod von Adrian Priscu

6. August. Laut Augenzeugen aus Brasov soll sich der Tathergang am 31. Juli in Brasov wie folgt abgespielt haben: Dumitru Abrenuc (56), der in der Wohnung gegenüber von Ehepaar Priscu lebt, geht mit seinen zwei Hunden spazieren. Bei einer Begegnung mit einem Straßenhund, der sich schon seit längerem in dem Wohngebiet aufhält, kommt es zur Auseinandersetzung zwischen den Tieren. Dumitru Abrenuc will sie trennen und beginnt, mit den Füßen auf den Straßenhund einzutreten. Das Erstaunliche: Der Hund flüchtet nicht, er erträgt auf dem Rücken liegend die Schläge des Mannes. Offensichtlich ist der 56jährige betrunken; Nachbarn ist bekannt, dass er unter Alkohleinfluss seine Hunde schlägt.

Teodora Priscu und ihre Schwiegermutter hören das Wimmern des Hundes, treten auf ihren Balkon und rufen Abrenuc zu, den Hund zu schonen. Der jedoch bricht einen Stock vom Baum und prügelt erbarmungslos weiter auf den Hund ein. Teodora ruft ihren Ehemann Adrian (50) zu Hilfe, auch er ermahnt Abrenuc vergeblich und geht schließlich herunter auf die Straße, um den Hund vor dem Erschlagenwerden zu retten.

Er hält den Prügelnden fest und übersieht dabei, dass Abrenuc eine Bierflasche in der Hand hält. Adrian Priscu geht zu Boden, als der Täter ihm die Flasche auf den Kopf schlägt, die Flasche zerbricht. Eine Scherbe stößt Abrenuc dem Darniederliegenden in die Brust – Priscu stirbt an den schweren Verletzungen nach zehn Minuten, die Rettungssanitäter können ihm nicht mehr helfen.

Nach dieser Tragödie soll sich eine sehr berührende Szene an der Stelle abgespielt haben, an der Adrian Priscu starb: Teodora und ihre Schwiegermutter zünden für den Verstorbenen eine Kerze an, als sich vorsichtig der Stunden zuvor misshandelte Straßenhund nähert. Erst zögerlich, dann ermutigt durch die Frauen, die ihm nichts tun, kommt er heran. Die Ehefrau ist gerührt und streckt die Hand aus – da legt der Hund seinen Kopf in ihren Schoß und jault….

Alle Medien berichteten mit der Schlagzeile „Er starb für einen Straßenhund“ über den Totschlag. Dumitru Abrenuc sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Tierschützer bemühen sich, den vermutlich verletzten Straßenhund zu finden, um ihn versorgen und aus dem Wohngebiet fortbringen zu können.  

Tierschützer auf offener Straße erstochen   


Adrian Priscu wollte einen Straßenhund vor Misshandlungen schützen

Brasov/Rumänien, 04.08.2010 – Weil er einen Straßenhund vor Misshandlungen bewahren wollte, wurde Adrian Priscu (50) von einem Landsmann mit einer Flasche niedergeschlagen und anschließend mit einer Glasscherbe so schwer verletzt, dass er am Tatort verstarb.

Laut rumänischen Medienberichten beobachtete Priscu von seinem Wohnungsfenster aus, wie ein Mann einen Straßenhund quälte. Er eilte dem wimmernden Tier zu Hilfe. Es kam zu einem Streit, in dessen Verlauf der Angreifer den 50-Jährigen mit der Flasche niederschlug. Anschließend rammte er ihm eine Glasscherbe in die Brust. Die Verletzung war so schwer, dass die schließlich eintreffenden Rettungskräfte nur noch den Tod des Rumänen feststellen konnten.

„Wenn eines Tages Tierfreunde um ihr Leben bangen müssen, weil sie einen Hund oder eine Katze vor Misshandlungen schützen wollen, dann sind unsere ethisch-moralischen Grundfeste, die unsere Gesellschaft zusammen halten, ernsthaft gefährdet“, sagt dazu Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Der Preis für Zivilcourage scheine in der heutigen Gesellschaft immer höher zu werden, meint auch Petra Zipp, stellvertretende Vorsitzende des Bund gegen Missbrauch der Tier e.V. (bmt) mit Blick auf die aktuellen Debatten in Deutschland: „Dass ein Tierfreund seinen beherzten Einsatz für einen Straßenhund mit seinem Leben bezahlen musste, schockiert derzeit ganz Rumänien und belebt erneut die Diskussion um das weiterhin ungewisse Schicksal der Straßenhunde. Dieter Ernst vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) befürchtet: „Der tragische Tod von Adrian Priscu wirft auch die Frage auf, ob wir es mit einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft zu tun haben.“

Tötung oder Kastration?

Wie aus Regierungskreisen zu erfahren ist, soll voraussichtlich im September über das Schicksal der Straßenhunde abgestimmt werden. Zur Diskussion stehen die großflächige Tötung der Hunde, wie einige Politiker immer wieder fordern, und die Umsetzung des vor zwei Jahren vom Senat angenommenen Gesetzesentwurfes, der die Tötung der Straßentiere verbietet und Kastrationen bindend vorschreibt.

 „Die Regierung hatte über zwei Jahre Zeit, die Straßenhundpopulation nachhaltig durch Kastrationen zu begrenzen“, erklärt die bmt-Auslandstierschutzkoordinatorin, die gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen TASSO und ETN Kastrationsprojekte in bestimmten rumänischen Gemeinden finanziert. „Stattdessen gingen einzelne Behörden wieder dazu über, grausame Tötungsaktionen von Straßentieren durchzuführen, die von dem Großteil der Bevölkerung abgelehnt werden, weil sie inhuman sind.“

Die drei Tierschutzorganisationen TASSO, bmt und ETN veranstalten in den nächsten Tagen in Brasov eine Pressekonferenz, um anlässlich des tödlichen Angriffs auf Adrian Priscu einen humanen und respektvollen Umgang mit den Straßenhunden zu fordern.  

Aus dem Wiesbadener Kurier vom 29. Juli
Katze in Wiesbaden drei Tage in Lebendfalle gefangen gehalten

SONNENBERG. Von Ingeborg Toth
Die Katze Bimba war drei Tage verschwunden. Auf der Suche nach ihr, bekam die Sonnenbergerin Claudia Wagner einen Hinweis: Bimba werde in der Nachbarschaft gefangen gehalten. Die Katzenbesitzerin fand ihre Katze schließlich in einer engen Lebendfalle, die in einer Holzkiste steckte. Bimba war wegen des Flüssigkeitsentzuges dehydriert, sie war abgemagert und völlig verstört. Das attestierte der Tierarzt Josef Wagner, der Ehemann von Claudia Wagner. Die Wagners erstatteten Anzeige gegen einen Mann aus der Nachbarschaft, den sie im Verdacht haben, schon öfters Tiere gequält zu haben: „Wir haben keine fünf Meter von dieser Falle entfernt, vor einiger Zeit zerstückelte Katzen gefunden“, sagt Claudia Wagner.

Elvira Schiöberg vom Bund gegen Missbrauch der Tiere erklärt: „Lebendfallen sind nicht grundsätzlich verboten. Aber niemand darf sie aufstellen und anschließend drei Tage unbeaufsichtigt lassen. Jäger, die eine Genehmigung haben, solche Fallen aufzustellen, haben die strikte Anweisung, sie entsprechend oft zu kontrollieren.“ Bimba habe Durst gehabt, litt unter Nahrungsentzug und das Tier war in einem engen Behälter eingesperrt: „Katzen können auch kollabieren, wenn sie auf diese Weise gefangen gehalten werden“, sagt die Tierschützerin.
Verstoß gegen Tierschutzgesetz.
 
Kein Nachbar habe das Recht ein Tier zu quälen, das sich auf seinem Grundstück bewege. „Besonders in Vororten ist ihnen Auslauf zu gestatten. Das ist Teil der artgerechten Haltung und wird auch in vielen Gerichtsurteilen so gesehen,“ erklärt Elvira Schiöberg. Eine Katze drei Tage in einer Falle hocken zu lassen sei eindeutig ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und damit strafbar: „Das Tier wäre mit Sicherheit verendet, wenn es von seiner Besitzerin nicht befreit worden wäre.“
Das sieht auch der Leiter des 4. Polizeireviers in Bierstadt, Wilfried Kehraus, so: „Der Sachverhalt ist eindeutig.“ Die Wagners haben dort Anzeige erstattet, Kehraus hat den Fall inzwischen an die Abteilung K 24 des Polizeipräsidiums abgegeben. „Dort werden jetzt die weiteren Ermittlungen stattfinden. Der Beschuldigte wird vernommen, Zeugen angehört.“ Die Befürchtung der Wagners, dass ihre Anzeige im Sande verlaufen könnte, teilt Kehraus nicht: „Die Staatsanwaltschaft wird der Sache nachgehen.“



Mehr Tierschutz in NRW - bmt begrüßt Koalitionsvertrag

Berlin, 21.07.2010. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) begrüßt ausdrücklich die Koalitionsvereinbarungen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum Tierschutz in Nordrhein-Westfalen und sieht bei einer konsequenten Umsetzung elementare Fortschritte für den ethisch motivierten Tierschutz mit Signalwirkung auf die Bundesebene.

„In dem Koalitionsvertrag sind zahlreiche tierschutzpolitische Forderungen des bmt enthalten, wie die konsequente Umsetzung des Staatsziels Tierschutz und die Einführung des Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzverbände“, so Dr. Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des bmt.

Darüber hinaus strebt die künftige rot-grüne Landesregierung eine artgerechte und qualfreie Nutztierhaltung in der Landwirtschaft an und will die Förderung tiergerechter Haltungsformen deutlich verstärken. Die Dauer von Tiertransporten soll auf maximal acht Stunden verkürzt werden. Ferner ist nach dem Koalitionsvertrag eine Reduzierung der Zahl der Tierversuche um jährlich zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2009 vorgesehen und eine Neuregelung der Haltung und Dressur von Wildtieren zu Gunsten eines zeitgemäßen Tierschutzes beabsichtigt.

„Wir begrüßen es, dass der Tierschutz wieder einen hohen Stellenwert in der nordrhein-westfälischen Landespolitik genießt und erwarten nun eine fortschrittliche und konsequente Tierschutzpolitik, die das Tier als Mitgeschöpf und nicht als Handelsware oder wirtschaftlichen Produktionsfaktor achtet“, so Dr. Jörg Styrie weiter. „Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. wünscht der neuen Landesregierung einen erfolgreichen Start und steht weiterhin jederzeit für eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Tierschutzes zur Verfügung.“

Hitzwelle in Deutschland. Auch Tiere leiden unter extrem heißen Temperaturen

München, 16.07.2010. Die Hitzewelle in Deutschland wird auch für Haus-, Weide- und Wildtiere zunehmend zur extremen Belastung. Darauf weist der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) angesichts der Rekordtemperaturen von bis zu 40 Grad Celsius aktuell hin.

Für alle verantwortungsvollen Haustierhalter gilt gerade jetzt: Genau wie wir Menschen haben auch die Tiere bei Hitze viel Durst. Daher rät der bmt, für die „tierischen Lieblinge“ immer frisches Wasser bereitzuhalten und für ausreichend Aufenthaltsplätze im Schatten zu sorgen. Die ausgedehnten Gassigänge mit dem Hund sollten in die Morgen- und Abendstunden verlegt und Freigehege für Kleintiere in den Schatten gestellt werden.

Einen besonders dringenden „Hitzeappell“ richtet der bmt an alle Autofahrer: Hunde dürfen nicht in abgestellten Fahrzeugen zurückgelassen werden. In den Fahrzeugen wird es in kurzer Zeit bis zu 80 Grad heiß. Selbst wenn der PKW im Schatten geparkt wurde, wird es schnell zu warm, denn aus einem vermeintlichen Schattenplatz wird plötzlich ein Glutofen, wenn die Sonne wandert.

Pferde, Kühe und andere Weidetiere leiden ebenfalls unter der direkten Sonneneinstrahlung. Für diese Tiere muss neben einer guten Frischwasservorsorgung auch ein schattiger Platz zur Verfügung stehen. Die Tierschutzorganisation appelliert auch an die Betreiber von anderen Wildtierhaltungen, möglichst viel Wasser für die Tiere bereitzustellen. Zudem sollten vermehrt Kontrollgänge durchgeführt werden, um zu garantieren, dass schwache Tiere erkannt und sofort tierärztlich versorgt werden können.

„Wer ein Haustier oder ein Wildtier in einer Notlage entdeckt, sollte umgehend die Polizei oder einen Tierarztnotdienst informieren. In einem solchen Fall zählt jede Minute“, erklärt Jörg Styrie, Vorsitzender des bmt.

Zudem weist der bmt darauf hin, dass derjenige, der sein Tier im PKW zurücklässt, gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Die Strafe: Eine Geldbuße oder in besonders schweren Fällen sogar Freiheitsentzug.

Siehe auch bmt-Tpps zum Schutz der Tiere vor Hitze (pdf-Datei).

Startschuss für Tierquälerei am 6. Juli
Wieder Stierhatz in Pamplona


Lesen Sie dazu folgenden Kommentar von Ingolf Bossenz 05.07.2010

Opfer einer Kultur
Eine Kultur fordert ihre Opfer. Am Wochenende starb ein 19-Jähriger in der nordwestspanischen Stadt Fuentesauco. Er war beim Stiertreiben von einem der gehetzten Tiere tödlich verletzt worden. Aber richtig los geht es erst am Dienstag. Dann beginnt in der nordspanischen Stadt Pamplona der »Encierro«, jene zum Gaudi der Touristenhorden veranstaltete Stierhatz, die im vorigen Jahr mit der Bilanz von einem Toten und 446 Verletzten endete – Menschen, wohlgemerkt. Denn das Abschlachten der etwa 50 in Angst und Panik versetzten sowie mit Wasser- und Futterentzug geschwächten Stiere in der Arena gehört zum Ritual dieses »Volksfests«. Dass der von Gewaltfantasien getriebene Ernest Hemingway der sadistischen Quälerei in »Fiesta« ein »literarisches Denkmal« setzte, gilt als gleichsam säkulare Heiligsprechung des elenden Schauspiels. Derlei Barbarei wird in der EU nicht etwa verboten, sondern fällt unter jene »Gepflogenheiten« in Bezug auf »kulturelle Traditionen und das regionale Erbe«, die unter dem Schutz des Lissabonner Reformvertrags stehen. Indes wächst auch in Spanien die Zahl derer, die ein Ende des blutigen Brauchtums fordern. Auf einem Marsch in Madrid hieß es: »La tortura no es cultura – Folter ist keine Kultur«. Für diese »Kultur« sterben ab morgen weitere Tiere – und vielleicht Menschen.

Wühltischwelpen? Nein, Danke!
Demo gegen den gewerblichen Welpenhandel

Gemeinsame Aktion der Tierschutzvereine TASSO, bmt und ETN

Dorsten, 29.06.2010 – Rund 200 Tierfreunde haben am vergangenen Wochenende in Dorsten unter dem Motto „Wühltischwelpen? Nein, Danke!“ gegen den gewerblichen Welpenhandel demonstriert. Initiiert wurde die Demonstration vom Tierschutzverein TASSO e.V, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) und dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), die gemeinsam das Jahr 2010 zum „Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel“ ausgerufen haben. Ziel der Aktion war das „Welpenkaufhaus“ im Dorstener Stadtteil Ulfkotte, dessen Besitzer sich schon seit vielen Jahren im Fokus tierschützerischer und behördlicher Aktivitäten befindet. „Wir wollen mit dieser Demo ein weiteres Zeichen gegen den profitorientierten Handel mit Welpen setzen“, so Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, gegenüber Medien.

Petra Zipp, stellvertretende Bundesvorsitzende des bmt, verwies auf die zu „Gebärmaschinen“ degradierten Hündinnen, die überwiegend in Osteuropa unter „absolut tierschutzwidrigen Bedingungen kontinuierlich Welpen produzieren müssen“. Schon im Alter von drei bis vier Wochen würden die jungen Hundebabys den Müttern entrissen, oft mit gefälschten Papieren versehen und für weniger als 50 Euro hiesigen Händler übergeben. Nach stundenlangen Transporten, dank offener Grenzen ohne jegliche Kontrollen, landeten die Welpen schließlich bei deutschen Anbietern – die sie für etwa die Hälfte des marktüblichen Preises anbieten.

„Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent sind keine Ausnahme, sondern die Regel“, so Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN. „Dieser Profit lockt natürlich skrupellose Geschäftemacher an, die leider nach wie vor Käufer finden, für die offenbar nur eines gelte: Hauptsache, billig!“

Dass ein großer Teil der Schnäppchen-Welpen schon nach wenigen Wochen schwer erkrankt und viele die Strapazen nicht überleben, sei den Kunden beim Kauf gar nicht bewusst: „Dabei genügt ein Blick auf die Homepage des Welpenhändlers hier in Dorsten“, sagte Petra Zipp. „Da steht wörtlich: Frisch eingetroffen! Als ob es sich um Bananen und nicht um lebende Tiere handelt. Und was mit den immer älter werdenden Welpen passiert, die mangels Nachfrage nicht gekauft werden, kann sich wohl jeder ausrechnen …“

Ziel der drei Tierschutzvereine ist einerseits die erhebliche Drosselung der Nachfrage nach „Billigwelpen“ – McCreight: „Das funktioniert nur durch Aufklärung“ –, andererseits ein generelles Verbot des gewerblichen Welpenhandels. Dazu soll im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Wühltischwelpen? Nein, Danke!“ eine Petition „auf höchster Ebene“ eingereicht werden. „Unsere Tierheime sind voll von Hunden“, erklärte Dieter Ernst. „Hier findet sich bestimmt ein dankbares und vor allem gesundes Tier. Und wer unbedingt einen reinrassigen Welpen haben will, kann sich ja an einen seriösen Züchter wenden. Unterm Strich ist das immer noch preiswerter.“

http://www.bmt-tierschutz.de/

http://www.tasso.de/

http://www.etn-ev.de/


Rumänien plant Massentötung von Straßenhunden /
Tierschützer laufen Sturm gegen neuen Gesetzentwurf

Berlin, 06.05.2010 – Seit Tagen beschäftigt ein umstrittener Gesetzentwurf zum Umgang mit Straßenhunden die rumänische Öffentlichkeit. Tierschützer sprechen von einer neuen Dimension der Gewalt, mit der Politiker das Straßenhundeproblem in den Griff bekommen wollen.

Wie aus Kreisen rumänischer Abgeordneter zu hören ist, soll eine großflächige Tötung der Straßenhunde im ganzen Land vorgesehen sein. Das Füttern herrenloser Tiere werde verboten. Aufgegriffenen Hunden drohe bereits nach sieben Tagen der Tod. Beginnen soll die geplante Fang- und Tötungsaktion in der Hauptstadt Bukarest, in der nach Schätzungen fast 40.000 herrenlose Hunde leben. Danach werde die Maßnahme auf das gesamte Land ausgeweitet.

Wie Carmen Arsene von der Nationalen Tierschutzvereinigung Rumäniens mitteilt sind alle Hunde betroffen, junge, alte, gesunde, kranke, verletzte, aggressive oder sanfte. Ebenso vielfältig wären die Tötungsmethoden. Sie erinnert an grausame Aktionen aus naher Vergangenheit: „Die Behörden haben das Erschlagen, Vergiften, Strangulieren und Erschießen der Tiere zugelassen und einkalkuliert, dass die gefangenen Hunde in den Tötungsstationen jämmerlich an Hunger, Beißereien und Verletzungen verendet sind“, so die gebürtige Rumänin. Es sei bekannt, dass einige Städte Kopfprämien von 25 Euro pro getötetem und „als Müll“ entsorgtem Hund zahlen würden.

Gesetz wird blockiert

Vor zwei Jahren hat der Senat einen Gesetzentwurf angenommen, der das Töten der Straßenhunde verbot und die Kastration als Mittel der Wahl zur Populationsreduzierung vorschrieb. „Dieser Entwurf Nr.912 wird bis heute vom Komitee für öffentliche Verwaltung und ökologisches Gleichgewicht der Abgeordnetenkammer blockiert“, erklärt Carmen Arsene. In dieses Vakuum habe der Präfekt von Bukarest den neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der anders als der bisherige Entwurf die Vernichtung der im Land lebenden Straßenhunde fordere und Massentötungen legalisiere.

Dass die Bevölkerung ein schärferes Vorgehen gegen Straßenhunde ablehnt, zeigt laut Arsene eine Meinungsforschung der eResearch Corp. Das Ergebnis belege, dass 70 Prozent der befragten rumänischen Bürger gegen die Euthanasie der Hunde sind und sich für die Kastration als beste Lösung aussprechen. 74 Prozent lehnen die geplante Änderung ab, nach der sogar jene Menschen bestraft werden sollen, die in der Nähe ihrer Wohnung Straßenhunde füttern, damit sie nicht verhungern. Erstaunlicherweise würden die Zeitungen nicht über diese aktuelle Umfrage berichten, obwohl sie ihnen vorliege. „Sie drucken weiter tendenziöse Artikel über die Gefahr von Straßenhunden“, hat Carmen Arsene beobachtet.

Rumänische Tierschützer setzen auf massiven internationalen Protest, der die Abgeordneten von der Effizienz des Konzeptes „Kastration und Wiederauswilderung“ überzeugen könnte als der einzigen humanen Lösung zur Reduzierung der Straßenhundpopulation.

Der bmt, TASSO und der Europäische Tier- und Naturschutz (ETN) protestieren bei den rumänischen Verantwortlichen und werden prüfen, ob die vorgesehene Massentötung von Hunden gegen europäisches Recht verstößt.

Infos und Protestmöglichkeiten unter www.bmt-auslandstierschutz.de

Ansprechpartner: Petra Zipp
Firma: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
Straße: Gönninger Str. 201
PLZ Ort: 72793 Pfullingen
Tel: 07121 / 82017-12
Fax: 07121 / 82017-18
e-mail: petra.zipp@bmt-tierschutz.de
Internet: www.bmt-tierschutz.de

Veranstaltung „Auslandstierschutz contra Hundehandel“ (14.April 2010 in Koblenz)
Zusammenfassung der Ergebnisse

Podiumsdiskussionsteilnehmer:
Kirsten Höfer (Tierheimleiterin Koblenz und Gastgeberin)
Dr. Claudia Ludwig (WDR Moderatorin und Journalistin)
Dr. Madeleine Martin (Hessische Tierschutzbeauftragte)
Dr. Helmut Stadtfeld (Amtsveterinär, Vorsitzender des Tierschutzbeirats Rheinland Pfalz)
Andrea Thümmel, TASSO e.V.
Petra Zipp (stellvertretende bmt-Vorsitzende, Tierheimleiterin und Auslandskoordinatorin)

Anwesend: Ca. 50 Gäste, unter ihnen Vertreter verschiedener Tierschutzvereine, z.B. Retriever in Not e.V., Welpenwaisenhaus NRW e.V., Tierfreunde Spanien e.V., bmt-Tierheim
Köln Dellbrück, Tierheim Koblenz, Tierhilfe Odena e.V., Cocker in Not e.V., Tierhilfe
Licht im Dunkeln e.V., Vertreter des Veterinäramtes Koblenz

Die Situation: Viele Tierschutzorganisationen engagieren sich in süd- und osteuropäischen EU-Ländern. Sie leisten erste Hilfe für Straßenhunde, führen Kastrationsaktionen durch, unterstützen heimische Tierschützer und helfen bei der Vermittlung der geretteten Tiere. Dieses Engagement, oft mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz geleistet, hat ihnen in den letzten Monaten den Vorwurf eingebracht, dass die Tierschutzarbeit eine Form von Hundehandel sei und die importierten Auslandshunde einen Verdrängungswettbewerb zuungunsten inländischer Tiere auslösen würden.

Einige Amtsveterinäre schlugen daraufhin vor, Tierschutzorganisationen zu verpflichten, eine Genehmigung zum gewerblichen Handel mit Hunden (§11, Abs.3) zu beantragen. Damit wären Tierschützer aus juristischer Sicht Hundehändler.

Auch Dr. Helmut Stadtfeld, Amtsveterinär und Vorsitzender des Tierschutzbeirates Rheinland Pfalz, regte auf der Veranstaltung diese Regelung an – stieß jedoch bei den Gästen und Podiumsteilnehmern auf einhellige Ablehnung. Petra Zipp dazu: „Tierschutz kann nicht Tierhandel sein! Daher lehnen wir die Auferlegung einer Genehmigung für Hundehandel strikt ab.“

Und dieses schon alleine deswegen, weil der Hundehandel anders als der Auslandstierschutz ein profitorientiertes, nach Gewinnmaximierung strebendes Geschäft ist. Hingegen mit der Aufnahme, Betreuung und Vermittlung von Auslandshunden aufgrund der zu deckenden Kosten (Impfung, Entwurmung, Kastration, gegebenenfalls tiermedizinische Versorgung, Futter etc.) überhaupt kein Gewinn erzielt werden kann – im Gegenteil, die Vermittlungsgebühr nicht einmal die Auslagen deckt.

Dr. Stadtfeld wies darauf hin, dass eine Genehmigung zum gewerblichen Handel mit Hunden nach §11, Abs.3 nicht mit einer Gewerbegenehmigung des Finanzamts gleichzusetzen sei.

Petra Zipp gibt zu bedenken, dass die steuerrechtlichen Aspekte noch nicht übersehbar sind, da die Tiervermittlung dann vom Zweckbetrieb der Tierheime ev. in den wirtschaftlichen voll zu versteuernden Wirtschaftsbetrieb übergehen könnte.

Amtsveterinär Dr. Stadtfeld erklärte nach der Diskussion, dass es ihm vorher nicht so klar gewesen sei, warum der Tierschutz so vehement die Handelsschiene ablehne und versprach, darüber nachzudenken. Man müsse gemeinsam nach Wegen suchen, seriöse Tierschützer von „schwarzen Schafen“ zu unterscheiden. Eine der wenigen, aber effektiven Möglichkeiten bestehe darin, diese unseriös arbeitenden Menschen umgehend bei den zuständigen Veterinärbehörden anzuzeigen.

Podiumsteilnehmerin Petra Zipp dazu: „Wir brauchen praxisnahe Regularien für den Tierschutz zwischen privater und gewerblicher Einfuhr, dann können auch „schwarze Schafe“ erkannt und bekämpft werden. Auflagen wie das handelsorientierte Tracesmeldesystem für Nutztiere sind unrealistische Schikane, weil sie nicht flexibel genug für den Heimtiertransport sind. Tierschutzvereine und Behörden müssen wieder zusammenarbeiten und nicht gegeneinander!“

Weiterhin wurde die Frage diskutiert: Blockieren Auslandshunde die Plätze für einheimische Tiere und führen sie wirklich zu einem Verdrängungswettbewerb in deutschen Tierheimen?

Dieses Argument wird häufig ohne weitere Kenntnisse der realen Situation in deutschen Tierheimen geäußert, die durch das Angebot kleiner und in der Regel gut sozialisierter Auslandshunde überhaupt erst interessant für Besucher werden. Madeleine Martin erklärt hierzu, dass es tatsächlich so ist, wie auch eine Umfrage in Hessen ergeben hat, dass der größte Teil der heimischen Abgabehunde schwierig ist. Sie sind im Durchschnitt großwüchsig, zwischen 11 und 17 Monate alt ist und ihr Verhalten wird als unsozial, zum Teil aggressiv beschrieben, viele Hunde sind bereits durch Beißvorfälle in der Familie aufgefallen.

Auslandshunde dagegen sind oft schnell vermittelbar, da sie gut sozialisiert und
daher unkomplizierte Familienhunde sind. Aus dem Publikum wurde dies bestätigt.
Auslandshunde konkurrieren daher also nicht mit den schwierigen Tieren in unseren Tierheimen, sondern nur mit Handelshunden. Ohne Auslandshunde würden weniger Tiere im Tierheim geholt und mehr Welpen vom Handel gekauft, die oft schwierig, schlecht sozialisiert dann wieder in den Tierheimen landen.

Von allen Seiten wurde begrüßt, dass jetzt in aller Offenheit über diese Thematik diskutiert wird und vereinbart, diesen Dialog fortzuführen.

Internationaler Tag des Versuchstiers: bmt kritisiert Entwurf der EU-Tierversuchsrichtlinie

Berlin, 23.04.2010. Nach der aktuellen Tierversuchsstatistik der Bundesregierung wurden im Jahr 2008 fast 2,7 Millionen Wirbeltiere in Tierversuchen verwendet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von über 83.000 Tieren. Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April fordert der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) die Bundesregierung auf, sich endlich nachhaltig für den Schutz der Versuchstiere einzusetzen und ihre einseitige Politik zugunsten der Tierversuchslobby aufzugeben.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Neufassung der EU-Richtlinie 86/609/EWG zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere verabschiedet. Die Richtlinie regelt europaweit die Mindestanforderungen an die Durchführung von Tierversuchen. Anschließend müssen die neuen Vorschriften in deutsches Recht umgesetzt werden.

Während der politischen Beratungen wurden die im ursprünglichen Entwurf der Richtlinie vorgesehenen Verbesserungen zum Schutz der Versuchstiere immer weiter aufgeweicht. Ein besserer Schutz der Versuchstiere und eine verstärkte Förderung alternativer Methoden ist mit dem jetzt vorliegenden Richtlinien-Entwurf kaum noch zu erreichen“, erklärt Dr. Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des bmt. „Eine tierversuchsfreie und ethisch verantwortbare Forschung ist somit in weite Ferne gerückt. Die Verantwortung dafür trägt auch die von CDU/CSU und FDP geführte Bundesregierung, die diese Verschlechterungen in Brüssel mitträgt.“

„So dürfen nach dem aktuellen Entwurf weiterhin nahezu uneingeschränkt Affen in Versuchen verwendet werden, der Einsatz tierversuchsfreier Methoden wird nicht verbindlich vorgeschrieben und eine Obergrenze für Leiden und Schmerzen im Tierversuch ist nicht mehr vorgesehen“, kritisiert Dr. Jörg Styrie. „Besonders fatal ist jedoch, dass die Mitgliedstaaten nach Inkrafttreten der Richtlinie sogar daran gehindert werden sollen, zumindest auf nationaler Ebene strengere Regelungen zu treffen. Damit würde einer der wichtigsten Fortschrittsmotoren für den Tierschutz in der EU kurzerhand abgewürgt.“

„Diese eklatanten Rückschritte beim Schutz der Versuchstiere wird der bmt nicht hinnehmen“, sagt Dr. Jörg Styrie. „ Wir prüfen im Moment alle rechtlichen Möglichkeiten, insbesondere auf EU-Ebene, um den aktuellen Entwurfstext der Richtlinie zu verhindern.“

Der bmt fordert, dass die neue Tierversuchs-Richtlinie den Mitgliedsstaaten weiterhin die Möglichkeit einräumt, tierfreundlichere nationale Vorschriften zu erlassen. Alternativmethoden sollte europaweit ab dem Zeitpunkt ihrer Validierung Vorrang eingeräumt und für vorgeschriebene Tierversuche ein beschleunigtes Anerkennungsverfahren für diese Methoden eingeführt werden. Darüber hinaus fordern die Tierschützer eine europaweite Prüfung der ethischen Vertretbarkeit aller Tierversuchs-Projekte unter Einbeziehung einer unabhängigen Kommission.

 

Kuh mit Motorsäge zerlegt?
Ab 24. April startet Hornbach seinen umstrittenen Spot

Die Berliner Agentur Heimat hat für Hornbach einen unter dem Motto „Wie viel Wahnsinn steckt in Dir?“ laufenden Spot entwickelt, der schon im Vorfeld auf Kritik stößt.

Gezeigt werden zwei Handwerker, die an einer Terrasse bauen. Sie unterbrechen ihre Arbeit, weil die dringend benötigten Schrauben von einer Kuh samt Tüte verschluckt werden. Ohne Worte werden die Blicke der Männer auf eine Motorsäge gelenkt – in der nächsten Szene wird die Arbeit mit den wiederbeschafften Schrauben fortgesetzt...

Wie die Handwerker an die Schrauben kamen, bleibt zwar offen, scheint aufgrund der Kameraeinstellungen und der Szenenabfolge offensichtlich zu sein.

Der bmt hält diesen Spot für höchst bedenklich und hat an den Vorsitzenden der Baumarktkette Hornbach geschrieben. Tierquälerei wird auf diese Weise hoffähig gemacht und das ist in Anbetracht der zunehmenden individuellen Gewaltbereitschaft gegen Tiere eine gefährliche Aussage.

Wir wollen ein Land, in dem streunende Tiere der Vergangenheit angehören

Wir möchten auf den Straßen Rumäniens keine streunenden Hunde und Katzen mehr sehen, keine überfahrenen Tiere am Straßenrand. Wir wollen, dass Tiere nicht länger in Säcken auf den Müll geworfen oder an Straßenecken ausgesetzt werden oder dass Pferde auf den Straßen gequält und misshandelt werden.

Glauben die rumänischen Behörden, dass sich das Problem von selbst löst, wenn nichts getan wird? Wird uns erst bewusst, dass ein Problem existiert, wenn ein Hund beißt? Oder wenn es zu einem Verkehrsunfall mit einem zurückgelassenen Pferd kommt? Oder wenn hin und wieder bekannt wird, dass Tiere in den Lagern der Gemeinde lebendig begraben wurden oder verhungert sind?

Heute, am 15. April, ist Tag 9 des HUNGERSTREIKS von Anca Herta (Tel. 0724808247), einer Gesangslehrerin am Dinu Lipatti College, die die Abgeordneten mit dieser Aktion auf die Notwendigkeit aufmerksam machen will, die Abstimmung über den Gesetzentwurf 912 zu beschleunigen, der den Umgang mit Streunern und Haustieren (Hunden und Katzen) durch Kastration, Kennzeichnung, Registrierung und Wiederaussetzen sowie die Errichtung von Ställen für Großtiere (Pferde etc.) regelt. Dieser Gesetzentwurf wird im Ausschuss der Abgeordnetenkammer für öffentliche Verwaltung, Raumplanung und ökologisches Gleichgewicht seit mehr als 2 Jahren BLOCKIERT.

Das Gesetzesvorhaben 912 zum Umgang mit Tieren ist ein komplettes, in Übereinstimmung mit der Realität und Erfahrung nach ethischen Prinzipien entwickeltes Programm, das einen Grundpfeiler der Gesellschaft bilden soll. Es bietet konkrete, effektive, realistische, zivilisierte Lösungen im Umgang mit allen auftretenden Situationen und Problemen.

„Wir wollen leben!“
bmt startet Protestaktion gegen die millionenfache Tötung von Eintagsküken

Berlin, 31.3.2010. Pro Jahr werden in Deutschland bis zu 40 Millionen Eintagsküken getötet, weil die Eierindustrie keine Verwendung für männliche Tiere hat.

Die Hahnenküken werden kurz nach dem Schlupf von den weiblichen Tieren getrennt und auf grausame Weise vernichtet – sie werden mit Kohlendioxid vergast oder im Homogenisator, einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermust.

„Diese millionenfache Tötung der Küken aus rein ökonomischen Erwägungen“, „ist über die Maßen unethisch und steht im Widerspruch zum Tierschutzrecht und zur Staatszielbestimmung Tierschutz“ , sagt bmt-Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Styrie.
Auch die Bundesregierung beurteile seit Jahren in ihrem Tierschutzbericht die Vernichtung der Küken als ethisch bedenklich - und trotzdem tolerieren sie die Behörden stillschweigend weiterhin.

Aus diesem Grund startet der bmt heute seine Protestaktion „Wir wollen leben“. Mit über 40.000 Postkarten will der Verein an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner appellieren, die Weichen für Forschungsprojekte zu stellen, die die Tötung der Küken langfristig überflüssig machen. So fordert der bmt, die Forschung praxisorientierter alternativer Züchtungsprojekte wie für das „Zweinutzungshuhn“ zu fördern. Statt tierschutzwidriger Hochleistungszucht seien Langlebigkeit und Robustheit als verbindliche Zuchtziele durchzusetzen. Rassen und Zuchtlinien, die Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere schädigen, seien durch entsprechende Rechtsverordnungen zu untersagen und die Tötung von Eintagsküken zu verbieten.
Seit Jahren werde nach Methoden gesucht, die eine Geschlechterbestimmung im bebrüteten Ei vornehmen könnten. Inzwischen stünden mehrere Verfahren wie ein Enzymverfahren und bestimmte hormonelle Tests in Leipzig zur patenrechtlichen Prüfung an.


CDU und FDP lassen Versuchstiere im Stich – Bundesregierung blockiert historische Chance

Berlin, 24.03.2010. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und weitere Tierschutzorganisationen haben heute vergeblich vor dem Bundestag für einen besseren Schutz für Versuchstiere demonstriert. Im Rahmen der Beratung über einen Entwurf für eine neue EU-Versuchstierrichtlinie hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit dem Stimmen von CDU und FDP sich klar gegen dringend notwendige Verbesserungen des jetzigen Richtlinienentwurfes ausgesprochen. „Der heutige Tag ist ein schwarzer Tag für den Tierschutz. Die Bundesregierung lässt Millionen von leidensfähigen Versuchstieren im Stich und wirft die Diskussion um tierversuchsfreie und ethisch verantwortbare Forschung um Jahre zurück“, kommentiert Dr. Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des bmt.
 
 
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Dabei waren die Gespräche auf EU-Ebene bislang recht vielversprechend verlaufen. So galt der Entwurf der Europäischen Kommission vom 5. November 2008 zum Schutz von Tieren, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, als möglicher Kompromissvorschlag, der den berechtigten Interessen der Tierschutzverbände und den Forderungen der Wissenschaft entgegen kam. Schließlich hatte auch bereits im Mai 2009 das Parlament für diesen Entwurf „grünes Licht“ erteilt, um die dringend notwendige Reform der mittlerweile über 20 Jahre alten EU-Tierversuchsrichtlinie einzuleiten.
 
 
Völlig unerwartet wurde jedoch im Dezember 2009 ein neuer Textvorschlag vom EU-Parlament, dem EU-Ministerrat und der EU-Präsidentschaft veröffentlicht. In diesem Trilog-Entwurf wurden die zuvor angekündigten zentralen Tierschutzverbesserungen weitgehend und ohne nähere Begründung zurückgenommen. Demnach dürften u.a. Primaten weiterhin nahezu ungezügelt verwendet werden und verfügbare, tierversuchsfreie Methoden anstatt des Tierversuchs müssten nicht verbindlich angewendet werden. Auch soll es weiterhin keine Begrenzung des Tierleids im Tierversuch geben. Als besonders fatal ist nach Ansicht des bmt, dass die Mitgliedstaaten nach Verkündung der Richtlinie sogar daran gehindert werden sollen, strengere nationale Regelungen zu treffen. Damit würde einer der wichtigsten Fortschrittsmotoren für den Tierschutz in der EU schlicht demontiert.

Der bmt wird in den nächsten Wochen die rechtlichen Möglichkeiten auf EU-Ebene prüfen, inwieweit der aktuelle Entwurfstext der Richtlinie noch verhindert werden kann.

Müssen bald wieder Straßenhunde sterben?
Rumänien erwägt, die Tötung von Straßenhunden wieder zu legalisieren –
erste Protestkundgebung in München vor rumänischem Konsulat

München, 9. Februar 2010. Mit fassungslosem Entsetzen haben der bmt und andere große Tierschutzorganisationen auf die neuesten Nachrichten aus Rumänien reagiert. Am 3. Februar hatte der Präfekt von Bukarest in einem Interview angekündigt, die Massentötungen von Straßenhunden wieder legalisieren zu wollen.

Aufgrund der umgehend im Internet gestarteten Petitionen korrigierte er sich gestern in den Medien und erklärte, in Übereinstimmung mit dem Gesetz handeln zu wollen. Da das Töten von Hunden verboten sei, plane er die Kasernierung von Straßenhunden, wie sie Italien derzeit betreibt, in großem Stil. Doch auch das Einsperren von Tausenden Hunden wird die Straßenhundpopulation nicht eindämmen können, kritisieren Tierschutzorganisationen, und bedeutet unermessliches Leid für die eingepferchten Tiere.

Diese wechselnden Ankündigungen sind deshalb umso schockierender, weil der bmt am 29. Januar mit den Stadtoberen aus Brasov in freundschaftlicher Übereinstimmung tiergerechte Lösungen für Straßenhunde beschlossen hat. Zu ihnen zählen u.a. die Schließung der Tötungsstation, die Durchführung von Kastrationsaktionen und der Aufbau eines Kastrationszentrums.

Seit dem 15. Januar 2008 ist das Töten von Straßenhunden in Rumänien gesetzlich verboten. Doch nun scheinen sich auf Regierungsebene abermals jene Kräfte durchzusetzen, die die barbarische Umgehensweise mit den Hunden in der Vergangenheit zu verantworten hatten.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die massenhafte Tötung die Population der Straßenhunde nicht senkt, sondern im Gegenteil stetig erhöht. Die einzig nachhaltige und tiergerechte Lösung ist die Kastration der Tiere.

Der bmt führt seit vergangenem Jahr Kastrationsaktionen nahe der Karpatenstadt Brasov durch und stellte dabei fest, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr groß und viele Bürger um den Schutz und das Wohlergehen „ihrer“ Straßenhunde bemüht waren. Das nächste Kastrationsprojekt soll im Frühjahr starten, denn der bmt wird seine gemeinsame Arbeit mit der Stadt Brasov in jedem Fall fortsetzen.

Eine erste Protestkundgebung gegen die angekündigte Massentötung von Straßenhunden, an der auch der bmt teilnahm, fand bereits heute vor dem rumänischen Konsulat in München statt. Jeder einzelne kann mit der Unterzeichnung einer Petition dazu beitragen, die Regierung aus Bukarest von ihrem unpopulären Vorhaben abzubringen.

Weitere Infos zur Tierschutzarbeit in Rumänien finden Sie unter
www.bmt-auslandstierschutz.de. Sobald wir die letzten aktuellen Meldungen aus Rumänien erhalten haben, finden Sie hier auch Petition und Protestschreiben an den rumänischen Botschafter. Bitte unterzeichen Sie derweil alle verfügbaren Petitionen, um die rumänischen Regierung zum tiergerechten Umgang mit ihren Straßenhunden zu bewegen.



Demonstration am 8. Februar 2010

Nur Tiere

Von Ingolf Bossenz

In dieser Woche werden im kanadischen Vancouver hehre Worte fallen. Wenn am Freitag zur Eröffnung der XXI. Winterspiele das Olympische Gelöbnis gesprochen wird, ist darin die Rede von »loyalen Wettkämpfern«, dem Achten der Regeln, »ritterlichem Geist«, Ruhm und Ehre. Olympisches Gelöbnis. Olympischer Geist. Olympischer Frieden.

Rund 6000 Kilometer östlich von Vancouver herrscht alljährlich Krieg. Monatelang. Der Nordosten der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador ist Schauplatz einer der weltweit größten Massentötungen von Wildtieren. Hunderttausende Robben, festgelegt in einer »Quote« der Regierung in Ottawa, sind der Willkür und Brutalität der Jäger ausgesetzt.

Unmittelbar vor den Spielen in Vancouver wurde die Quote für Kegelrobben verkündet: 50 000. Hinzu kommen Sattel- und Mützenrobben, sodass die Gesamtzahl der Todesurteile auch in der kommenden Saison weit über 300 000 liegen dürfte. Es wird erschlagen, erschossen oder ertränkt. Nicht einmal die hierzulande von der Jägerschaft zynisch beschworene »Waidgerechtigkeit« ist ein Thema, geschweige denn »ritterlicher Geist«. Die im Packeis zum Massakrieren Freigegebenen haben nicht den Hauch einer Chance. Kritische Kommentare bei Eröffnung der Spiele wie 2008 in China wird es indes nicht geben. Es sind ja nur Tiere.

Der Artikel wurde am 10.02.2010 auf http://http//www.neues-deutschland.de veröffentlicht.
Den Artikel finden Sie unter: http://www.neues-deutschland.de/artikel/164808.nur-tiere.html

Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung
Hundehändler im Raum Hannover bieten wenige Wochen alte Chihuahua-Mischlinge an

Hannover (ots) - Drei Männer haben seit November 2009 mehrfach Hundewelpen (Chihuahua-Mischlinge) im Bereich Hainholz zum Verkauf angeboten. Zwei Tiere sind unmittelbar nach der Übergabe an die Käufer verstorben, die Polizei ermittelt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung. Die Polizei warnt vor weiteren unseriösen Angeboten von Chihuahua-Welpen!

Die Polizei hatte im November und Januar 2010 zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. In beiden Fällen waren die Anzeigeerstatter auf Inserate in einem Internetportal aufmerksam geworden, in denen Chihuahua-Mischlings-Welpen zum Verkauf angeboten worden waren. Die Interessenten trafen sich mit dem Verkäufer in Hainholz - an der Voltmer- und der Bohnhorststraße - und erwarben jeweils einen Hund für mehrere hundert Euro. Kurz nach dem Verkaufsgeschäft verstarb eines der Tiere, das andere musste dringend veterinärmedizinisch behandelt werden.

Ermittlungen ergaben, dass die Welpen sich in sehr schlechtem Zustand befunden hatten. Die Tiere wiesen Verletzungen und Krankheiten auf, waren stark unterernährt und zudem nicht vorschriftsmäßig geimpft. Ferner wäre ein Verkauf derartiger Hunde erst ab einem Alter von acht Wochen zulässig gewesen - die angebotenen Welpen waren jedoch deutlich jünger. Im Zuge der Ermittlungen wurde Ende Januar ein weiterer Verkaufsfall in Hainholz bekannt - auch hier verstarb der junge Hund aufgrund seines miserablen Gesundheitszustandes.

Die Polizei hat mittlerweile drei Tatverdächtige (22, 27 und 31 Jahre) ermittelt, die als Überbringer der Hunde fungiert haben sollen. Alle drei sind bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Gegen die 27 und 31 Jahre alten Männer ermittelt die Polizei wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, gegen den 22 Jahre alten Mann wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Tierschutz-Hundeverordnung eingeleitet. Die Beamten gehen davon aus, dass möglicherweise weitere Chihuahua-Mischlings-Welpen im Bereich Hainholz zum Verkauf angeboten werden. Die Polizei warnt daher dringend vor dem Erwerb von Hunden, sofern die Herkunft der Tiere ungeklärt ist oder die Welpen sich in augenscheinlich schlechtem Gesundheitszustand befinden.

Die Polizei bittet Zeugen und weitere Geschädigte, sich unter der Telefonnummer 0511 109-3117 mit dem Polizeikommissariat Nordstadt in Verbindung zu setzen. / ste, hol

Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Hannover
Heiko Steiner
Telefon: 0511 -109 -1058
E-Mail: pressestelle@pd-h.polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdhan/

Medien berichten: Tierquälerei auf der Grünen Woche?

Gerade ging die „Grüne Woche“ in Berlin zu Ende, da werden schon Vorwürfe laut. Auf dem „Erlebnisbauernhof“ war eine „Schweinebox“ zu sehen, darin 25 Ferkel, erst wenige Monate alt. Obwohl in der modernen Schweinemast die Besatzdichte in der Regel doppelt so hoch liegt, lieferten sich die Tiere blutige Kämpfe, bissen sich in Rücken und Ohren. Auf Bildern, die Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbüros erstellten und welche in den großen Berliner Boulevard-Zeitungen (BZ, Berliner Kurier) veröffentlicht wurden, sind die Verletzungen deutlich zu sehen. Die verantwortlichen Halter sprachen von „harmlosen Rangkämpfen unter Ferkeln“, doch Tierschützer verschiedener Organisationen wiesen auf die unübersehbaren Folgen der industriellen Massentierhaltungen hin. Obwohl die Tiere im Messestall sogar Spielzeug zur Verfügung hatten, was ebenfalls nicht der gängigen Praxis entspricht, bissen sie sich teilweise fast die Ohren ab – Folgen des Stresses, dem sie auf der Messe ausgesetzt wurden. Wolfgang Schindler, Präsident der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt (ASS), fand deutliche Worte: „Wenn sich die Tiere trotz halber Besatzdichte und trotz unüblichem Beschäftigungsmaterial blutig beißen und in ihrem eigenen Kot stehen, kann sich der Verbraucher vor Augen führen, wie es in der herkömmlichen Massentierhaltung aussieht. Wer heutzutage wirklich noch Fleisch essen will, sollte auf solche Produkte strikt verzichten. Wer der Öffentlichkeit die Schweinemast vorstellen will, sollte mit ehrlichen Besatzdichten arbeiten – alles andere ist für mich Verbrauchertäuschung.“
Wie die Berliner Presse berichtete, räumten die verantwortlichen Aussteller Missstände ein. Den massiven Vorwürfen der Tierschützer ging das zuständige Veterinäramt umgehend nach, konnte jedoch keine Verstöße gegen Tierschutzgesetz oder andere geltende Verordnungen feststellen; Maßnahmen hielt man nicht für notwendig. Für Tierschützer ist dies ein unübersehbarer Hinweis auf die Unzulänglichkeit solcher Vorschriften.

Einen ausführlichen Bericht sowie Zeitungsberichte zum Thema finden Sie hier:

Deutsches Tierschutzbüro
An Groß Sankt Martin 6 / 206
50667 Köln

Tel.: 0221-20463862
Fax: 01805-23363330882 (14 ct/Min., mobil kann abweichen)

Info@tierschutzbilder.de
www.tierschutzbilder.de
www.tierschutz-videos.de


Essen Sie Tiere?
Dokumentation über die Abhängigkeit des Menschen vom Tier

"Earthlings" ist eine Dokumentation in Spielfilmlänge über die absolute Abhängigkeit der Menschheit von Tieren (als Haustiere, Nahrung, Kleidung, zur Unterhaltung und in der wissenschaftlichen Forschung), veranschaulicht aber auch unsere Geringschätzung gegenüber diesen sog. "nicht-menschlichen Versorgern". Der Film bietet detaillierte Einblicke in Tierhandlungen, Welpen-Fabriken und Tierheime sowie Massentierhaltungen, den Leder- und Pelzhandel, die Sport- und Unterhaltungsindustrie und schließlich den medizinischen und wissenschaftlichen Beruf. "Earthlings" verwendet versteckte Kameras und vorher nicht gezeigtes Filmmaterial, um die täglichen Praktiken einiger der größten Industrien der Welt aufzuzeichnen, deren aller Profit vollständig auf Tieren beruht. Kraftvoll, informativ und zum Nachdenken anregend, ist "Earthlings" mit Abstand die umfassendste jemals produzierte Dokumentation zum Verhältnis zwischen Natur, Tieren und menschlichen Wirtschaftsinteressen. Es existieren viele würdige Tierrechtsfilme, aber dieser Film geht über das Bisherige hinaus.

Andere Sprachen und Download unter: http://veg-tv.info/Earthlings

Seit 1. Januar 2010 gilt in Berlins Bussen und Bahnen Maulkorbpflicht für alle Hunderassen
bmt kritisiert Neuregelung

Berlin, 05.01.2010. Bei dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sind mit Jahresbeginn verschärfte Beförderungsregeln für Tiere in Kraft getreten: Seit dem 1. Januar 2010 darf kein Hund mehr ohne Maulkorb in Bussen und Bahnen befördert werden. Dieser Erlass gilt selbst für kleinste Rassen wie Pinscher oder Zwergdackel, die ersatzweise in einer Tasche oder Hundebox reisen müssen.

Die Neuregelung wird mit der „Sicherheit“ der Fahrgäste begründet. Bei einer Notbremsung könnten auch kleine Hunde zu „Beißern“ werden, so die Erklärung des VBB, der ankündigt, dass Fahrgäste, die sich nicht an die Maulkorbpflicht hielten, künftig aussteigen müssten.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) hält den Maulkorberlass für völlig überzogen. „Die Regelung“, sagt bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie, „ist im Kern unsozial und tierschutzrelevant.“ Gerade ältere Menschen halten häufig kleinere Hunde, mit denen sie sich unproblematisch in der Stadt bewegen können.

Die neue Vorschrift nimmt ihnen nun die notwendige persönliche Freiheit, sich spontan und ungehindert mit ihrem Hund von A nach B zu bewegen. Denn nicht jedem Hund, wie zum Beispiel Möpsen, passt anatomisch bedingt ein Maulkorb, für sie müsste dann die extra Tasche oder Reisebox getragen werden – für ältere Hundehalter eine Zumutung.

Bei sommerlichen Außentemperaturen kann der Maulkorbzwang besonders für ältere oder chronisch kranke Hunde ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln, wobei sie ihre Zunge befeuchten, um den Verdunstungsprozess zu verstärken. Zahlreiche handelsübliche Maulkörbe beeinträchtigen diese Thermoregulierung. Im schlimmsten Fall kann dies bei den betroffenen Hunden zu einem Hitzschlag oder Kreislaufversagen führen.

Die Maulkorbpflicht im öffentlichen Nahverkehr galt bislang nur für große Hunde – die jetzt alle Rassen umfassende Regelung ist bundesweit einmalig und ohne entsprechenden Anlass in der Hauptstadt umgesetzt worden. Bislang gibt es keine empirischen Belege über die Häufigkeit von Beißvorfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der VBB hat seinen Kontrolleuren geraten, die umstrittene Vorschrift mit „Fingerspitzengefühl“ umzusetzen.

bmt rät: So kommen Wildtiere mit Ihrer Hilfe gut durch den Winter

Klirrende Kälte, ein knappes Nahrungsangebot und die mühsame Fortbewegung im Schnee machen den Winter für Wildtiere anstrengend. Der bmt weist darauf hin, dass Tierfreunde ihren Teil dazu beitragen können, dass Wildtiere diese Jahreszeit unbeschadet überstehen.

Um unsere Singvögel in der kalten Jahreszeit bei ihrer schwierigen Nahrungssuche zu unterstützen, empfiehlt der bmt, die Futterhäuschen mit frischem Futter auszustatten oder im Handel erhältliche Futterkugeln oder Futterzylinder aufzuhängen. Wichtig ist jedoch, dass stets auf Sauberkeit und Hygiene geachtet wird. Das Füttern von Brot oder Obst sollte im Winter Tabu sein, da diese Nahrungsmittel gefrieren und schädlich für die Vögel sein können.

Für winterliche Spaziergänge im Wald gilt: Störungen der Tiere sind zu vermeiden. Denn wenn Reh, Wildschein und Co. bspw. durch Spaziergänger, Hunde oder Jogger gestört werden, flüchten sie und verlieren dadurch wertvolle Energie. Wiederholte Flucht kann zur Schwächung der Wildtiere bis hin zum Tod durch Erschöpfung oder Erfrieren führen. Wenn man einige grundsätzliche Regeln beachtet, steht einem Waldspaziergang jedoch nichts im Wege. Hundebesitzer sollten ihren Vierbeiner im Wald an der Leine führen, damit Wildtiere nicht unnötig beunruhigt werden. Außerdem sollten ausgewiesene Wildruhe- und Wildschutzgebiete beachtet werden, da Wildtiere diese Flächen als Rückzugsgebiete nutzen. Ebenso sollten Waldränder und schneefreie Flächen möglichst gemieden werden, da dies häufig die Lieblingsplätze von Wildtieren sind. Und schließlich sollten Jogger auf den normalen Waldpfaden bleiben und einen Querfeldein-Lauf vermeiden. So können sich Wildtiere an Spaziergänger und Wintersportler gewöhnen.
 
 

Putenfleisch liegt im Trend: Der Verzehr hat sich in den letzten zehn Jahren auf 49 Millionen Puten pro Jahr verdoppelt – neue Videodokumentation belegt Tierquälerei – Bund gegen Missbrauch der Tiere fordert gesetzliche Haltungsverordnung

Berlin, 07.12.2009. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 49 Millionen Puten verzehrt, vor allem in der Weihnachtszeit gilt Putenfleisch als cholesterinarme Alternative zur klassischen Weihnachtsgans. Auch die Skandale um BSE und MKS ließen die Nachfrage nach den Puten in den letzten Jahren stetig steigen; so hat sich der Verkauf seit 1998 geradezu verdoppelt, und im Supermarkt wird gerne nach der „zarten“ Putenbrust gegriffen. Letztlich auch wegen des geringen Preises steht Putenfleisch hoch im Kurs. Doch viele Verbraucher wissen nicht, unter welchen zum Teil grausamen Bedingungen die Tiere gehalten und geschlachtet werden. Lobbyvereinigungen und bekannte Großkonzerne verschleiern mit geschönten Fotos die Realität, ein Blick hinter die Kulissen wird nicht gerne gewährt, das mühsam aufgebaute Saubermann-Image soll durch nichts erschüttert werden. Doch jetzt blickt der Bund gegen Missbrauch der Tiere in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbüro hinter die glänzende Fassade der Putenindustrie und zeigt in Form einer Videodokumentation, wie Puten in Deutschland gehalten werden:
Auf engstem Raum werden möglichst viele Puten zusammengedrängt, die in möglichst kurzer Zeit zur Schlachtreife gemästet werden. „In Deutschland gibt es keine gesetzliche Haltungsverordnung oder gesetzlich verbindliche Richtlinien. Dies wirkt sich vor allem auf die so genannte Besatzdichte der Tiere aus“, so Dr. Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des Bundes gegen Missbrauch der Tiere e.V., heute Morgen in Berlin. Um eine Gewichtszunahme noch zu beschleunigen und die Sterberate während der Mast so gering wie möglich zu halten, werden die Tiere vorbeugend mit Antibiotika behandelt. Die prophylaktische Behandlung eines ganzen Tierbestandes ist in Deutschland zwar verboten. „Doch durch den Trick der therapeutischen Behandlung wird der gesamte Tierbestand meist schon vom ersten Tag an mit Medikamenten im wahrsten Sinn des Wortes vollgestopft, dies belegen unsere Aufnahmen ganz eindeutig“, so Dr. Styrie abschließend.
Der Bund gegen Missbrauch der Tiere fordert die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Haltungsverordnung zu erlassen und damit den Puten ein besseres und vor allem artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Die Videodokumentation „Putenalltag – zu Tode gemästet“ kann über den Online-Shop des Deutschen Tierschutzbüros unter www.tierschutz-videos.de bzw. per Telefon 0221-20463862 angefordert werden.

Die beiliegenden Videoprints sind in deutschen Putenmastbetrieben entstanden. Sie stehen Ihnen honorarfrei zur Verfügung, insofern die Quelle „Deutsches Tierschutzbüro/BMT“ angegeben wird und im redaktionellen Text auf den Bund gegen Missbrauch der Tiere hingewiesen wird. Weiteres Fotomaterial auf Anfrage: info@tierschutzbuero.de

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Styrie, Dipl.-Ing. agr, Bundesvorsitzender Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Tel: 030-43 65 58 64 (jstyrie@aol.com)

Wühltischwelpen – nein Danke! Tierschutzorganisationen machen gegen grausamen Welpenhandel mobil

Hattersheim, Much, Pfullingen, Dezember 2009. Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), TASSO e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) starten eine gemeinsame Kampagne gegen den grausamen Handel mit Hundewelpen. Unter dem Slogan „Wühltischwelpen – nein Danke!“ realisieren sie ab Dezember eine breit angelegte Aufklärungsoffensive. Ziel ist es, die Missstände des illegalen und unseriösen Hundehandels offen zu legen und damit das zehntausendfache Tierleid zu beenden. Neben der Aufklärung bieten sie Betroffenen auch Hilfestellung, um die Machenschaften der Hundemafia öffentlich anzuprangern.

 
„Der unseriöse Hundehandel floriert – im Ausland und in Deutschland. Zu Schleuderpreisen werden Welpen aller Rassen auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus verkauft. Die Händler locken die Kunden mit Dumpingpreisen für einen Rassehund. Vielfach kaufen die Interessenten das kleine Fellbündel aus Mitleid, um ihm ein liebevolles zu Hause zu geben“, so die drei Initiatoren der Kampagne.

„Beim Geschäft mit der Ware Hund zählt nur die Profitmaximierung“, kritisiert Heinz Wiescher, Präsident des ETN. „Aus Profitgier werden die Tiere nicht geimpft, schlecht genährt und viel zu früh von der Mutter getrennt. Die Folge: Die meisten Welpen sind krank, leiden ihr Leben lang unter den Folgen dieser tierquälerischen Behandlung oder sterben jämmerlich noch im Welpenalter.“

„Bei uns melden sich viele Betroffene, deren Welpen trotz intensiver tierärztlicher Behandlung nicht gerettet werden konnten“, berichtet Philipp McCreight von TASSO. „Diese Menschen sind traurig und verzweifelt, weil sie ihren Hund verloren haben. Ihnen wollen wir die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen, um andere vor solchen Kaufentscheidungen zu schützen, denn jeder Kauf, auch aus Mitleid, unterstützt diese skrupellosen Hundevermehrer und gefährdet Hundeleben.“

Dr. Jörg Styrie vom bmt empfiehlt tierlieben Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten: „In den Tierheimen warten Hunde jeden Alters auf ein neues Zuhause. Darunter viele Welpen und Rassehunde. Vergessen Sie bitte auch nicht, dass gerade in den süd- und osteuropäischen Ländern neben ausgewachsenen Straßenhunden auch täglich unzählige Welpen getötet werden, weil es für sie keinen Platz auf dieser Welt gibt. Seriöse Tierschutzorganisationen sind Ihnen gerne behilflich, einen Welpen aus dem Ausland zu adoptieren.“

Ein Positionspapier von Tasso, ETN und bmt, um seriöse Tierschutzorganisationen zu erkennen sowie eine Postkarte zur Aufklärung über den unseriösen Welpenhandel können Sie hier herunterladen (pdf-Datei) oder erhalten Sie über http://www.tasso.net/. Außerdem finden Betroffene hier ein Formular, um ihre Erfahrungen öffentlich zu machen. Den Aufklärungsfilm des ETN über den unseriösen Welpenhandel finden Sie auf http://www.etn-ev.de/ sowie auf www.tasso.net.

Stoppt den Verkauf von lebenden Hummern - bmt richtet Appell an Metro-Großhandel

Berlin, 22.10.2009

Der Bund geg